Autoindustrie und Bundesregierung nehmen krankmachenden Lärm bewusst in Kauf!

Autolaerm klDas ARD-Magazin Plusminus berichtet gestern über Massive Tricksereien bei Lärm-Emission von Autos und Motorrädern (Links siehe unten). Dazu sagt Sabine Leidig, verkehrspolitische Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag:

„Immer deutlicher wird, dass die ungenügenden Kontrollen und die üblen Tricks der Autoindustrie zulasten der Bevölkerung System haben. Die Manipulationen beim Fahrzeuglärm zeigen einmal mehr, dass in den Chefetagen der Autoindustrie und in der Bundesregierung Profit und Absatzzahlen höhere Priorität haben als die Lebensqualität der Menschen. Denn Verkehrsminister Dobrindt und die ihm unterstellen Behörden versagen der Bevölkerung den gesetzlichen Gesundheitsschutz, wenn es darum geht der Automobillobby zu Diensten zu sein.

„Bei den Lärmtricksereien wird die Belästigung von Millionen Menschen in Kauf genommen, nur damit einige Autofetischisten ein potenteres Gefühl beim Fahren haben. Dieses Widerspricht der Straßenverkehrszulassungsordnung, die vorschreibt, dass die Fahrzeuge so beschaffen sein müssen, `dass die Geräuschentwicklung das nach dem jeweiligen Stand der Technik unvermeidbare Maß nicht übersteigt´ (§ 49 (1) StVzO). Es muss jetzt schnell dafür gesorgt werden, dass dieser Satz nicht durch andere Normen ausgehebelt wird. Entwicklung und Einbau von Bauteilen und Software, die in normalen Fahrsituationen Lärm- und Abgaswerte erhöhen, müssen verboten und streng sanktioniert werden.

Der zugelassene Fahrzeugbestand muss daher schnellstens von eine unabhängigen Stelle überprüft und falls nötig auf Kosten der Hersteller um- oder nachgerüstet werden. Außerdem muss die Polizei eine Handhabe bekommen, um Lärmverstöße auf der Straße besser ahnden zu können – z.B. mit Grenzwerten für Standgeräusche. Insbesondere Autos und Motoräder mit extralauten `Poser-Auspuffen´ müssen bis zur Umrüstung stillgelegt werden.

Da es bereits seit einem Jahr Anzeichen für diese Tricksereien gibt, muss die Regierung zum erneuten Vorwurf der Untätigkeit Stellung beziehen. Diese Untätigkeit kommt der millionenfachen fahrlässigen Körperverletzung gleich, denn nicht nur Stickoxide, sondern auch Lärm macht krank und Straßenverkehrslärm stört oder belästigt mehr als die Hälfte der deutschen Bevölkerung.“

 


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