Bahnhofstour Nordhessen

Bahnhofstour-TreysaGemeinsam mit Bürgermeistern, Behindertenbeauftragten, dem LINKE Kreisvorsitzenden aus Schwalm-Eder Jochen Böhme-Gingold, dem spiritus rektor, dem Ideengeber dieser Rundfahrt sowie weiteren Interessierten machte sich Sabine Leidig auf zu einer Rundfahrt in Nordhessen. Der gastgebende Kreisverband „Die LINKE“ wollte uns die Bahnhöfe Treysa, Wabern, Borken, Felsberg-Gensungen und Melsungen zeigen und wir wollten sie auf ihre Nutzbarkeit insbesondere für mobilitätseingeschränkte Personen hin inspizieren.

 

Menschen mit Behinderungen sind auf barrierefreie Zugänge zu Gebäuden angewiesen. Im Treysaer Bahnhof gibt es aber zum Beispiel seit langer Zeit keine Möglichkeiten mehr, behindertengerecht auf die Bahnsteige 2, 3 oder 4 zu gelangen. Vor vielen Jahren bestand die Möglichkeit, die Gleise oberirdisch zu überqueren. Dazu mussten Rollstuhlfahrer nur die Bahnhofsaufsicht bitten, die Schranke zu öffnen, und schon konnten sie bequem über die Gleise rollen. Diese Möglichkeit gibt es nicht mehr. Eine Unterquerung der Gleise über die steilen Treppen ist praktisch unmöglich.

Jetzt werden die Rollstuhlfahrer  aufgefordert, mit dem Zug nach Stadt Allendorf zu fahren, dort über die Rampe den Bahnsteig zu wechseln und dann wieder zurück zu fahren. Mobilitätseingeschränkte Personen, die aus Richtung Süden kommen und in Treysa aussteigen wollen, müssen bis nach Kassel Wilhelmshöhe weiter fahren, dort umsteigen, und per Reginalexpress oder IC zurück nach Treysa fahren. Denn nur der Bahnsteig 1 in Treysa ist behindertengerecht gestaltet. Zwar plant die DB den Umbau, aber erst im Jahr 2017 wird der Treysaer Bahnhof barriererfrei sein.

„Das ist ein Skandal“ sagt Frau Heide Scheuch-Paschkewitz, „und das in einer Stadt, dessen größter Betrieb, Hephata, vorwiegend Behinderte betreut."