Nachhaltige Holzeisenbahn

Holzeisenbahn, Günter Havlena, pixelio.de Die Nachfrage nach umwelt- und sozialverträglichen Holzprodukten boomt. Doch wie können Verbraucherinnen und Verbraucher gutes von schlechtem Holz unterscheiden?

Holz ist ein angenehmer Rohstoff. Er ist warm, weich und duftet gut. Ob als Holzeisenbahn, als Kaminfeuer oder als Weihnachtsbaum: Holz und Holzprodukte können viel Freude bereiten. Bei all dieser Glückseligkeit wird die Frage nach der Herkunft des Holzes oft verdrängt. Wie wurde der Wald bewirtschaftet? Wo stammt das Holz her? Wie werden die Forstarbeiter entlohnt? 

 

Auch im Forst- und Holzbereich zählt oft erst der Profit und dann die Umwelt. Holz aus Raubbau ist meistens billiger als Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft. Die Herkunft der Holzprodukte liegt oftmals im Dunkeln. Die Forstexpertin der Fraktion DIE LINKE, Kirsten Tackmann, rät: „Die Waldzertifizierung ist ein Instrument, um wichtige Nachhaltigkeitsstandards bei der Waldbewirtschaftung zu sichern.“ Mit ihnen können Verbraucherinnen und Verbraucher beim Kauf von Holzprodukten erkennen, „ob diese umwelt- und sozialverträglich hergestellt wurden“.

Ein Weihnachtsbaum von Naturland

In Deutschland existieren derzeit drei Zertifizierungssysteme für die Forstwirtschaft (siehe Kasten). Neben den sehr anspruchsvollen Standards von Naturland und FSC gibt es auch das Zertifikat von PEFC. Alle drei Zertifizierungssysteme haben Kriterien für eine nachhaltige Forstwirtschaft, die unabhängig kontrolliert werden. Diese Kriterien verbieten beispielsweise den Einsatz von Chemie im Wald oder verpflichten zu einem besonderen Schutz von Boden und Artenvielfalt. Im Gegenzug dürfen die Holzprodukte aus den zertifizierten Wäldern die jeweiligen Siegel tragen. Die Nachfrage nach zertifizierten Holzprodukten boomt. Die Siegel sind zum Beispiel auf Holzspielzeug, Bleistiften, Notizblöcken, in Büchern oder auf Gartenmöbeln zu finden. Selbst große Baumärkte vertreiben mittlerweile zertifiziertes Mobiliar.

Mit dem Kauf von zertifiziertem Holz wird ein konkreter Beitrag für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung geleistet. So können Verbraucherinnen und Verbraucher mit dem Einkaufswagen darüber abstimmen, ob sie sich den strengen Bewirtschaftungsstandards der Zertifizierungssysteme anschließen wollen. Forstexpertin Kirsten Tackmann sagt: „Damit unterstützen die Menschen die einheimische Forstwirtschaft und schieben dem Raubbau an der Natur einen Riegel vor.“ Für Weihnachten rät sie beispielsweise zu einem Weihnachtsbaum von Naturland oder einer Holzeisenbahn mit FSC-Zertifikat.

Die Forst-Siegel im Überblick

Der Forest Stewardship Council (FSC) bescheinigt eine umweltgerechte, sozial verträgliche und wirtschaftlich tragfähige Waldwirtschaft. Die strengen Kriterien werden unter anderem von Forstwirtschaft, Gewerkschaften und Umweltverbänden erarbeitet. Unabhängige Zertifizierer kontrollieren die Forstbetriebe und vergeben das FSC-Gütesiegel. FSC zertifiziert in Deutschland 450000 Hektar Wald.

Das Zertifikat des Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes (PEFC) wurde als Konkurrenz zum FSC für Europa entwickelt. Der PEFC-Standard umfasst sowohl ökologische als auch soziale und ökonomische Kriterien. Die Initiative geht in erster Linie von der Holz- und Forstwirtschaft aus. PEFC zertifiziert zwei Drittel des deutschen Waldes.

Das Naturland-Holzzertifikat steht für eine nachhaltige und naturverträgliche Waldbewirtschaftung. Die Kriterien sind noch strenger als beim FSC, darum können beide Zertifikate vergeben werden. Die Unabhängigkeit des Zeichens ist durch die Beteiligung unterschiedlicher Interessengruppen gewährleistet. Naturland zertifiziert 55000 Hektar deutschen Wald.

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