Cancún: Konsequenter Klimaschutz mehr als ein Akt internationaler Solidarität

Während beim UN-Klimagipfel in Cancún - wie zuvor in Kopenhagen - mehr ums Geld als um die Begrenzung des Klimawandels und dessen Folgen gekämpft wird, steht den Menschen im Süden buchstäblich längst das Wasser bis zum Hals. Jedes Jahr werden die Folgen des Klimawandels in Bangladesch offensichtlicher. Die den Monsun begleitenden Stürme werden immer öfter zur Katastrophe. Zehntausende sind schon gestorben, Millionen obdachlos geworden. Die Überflutungen verseuchen das Trinkwasser, Küstenabschnitte brechen weg, Brunnen versalzen und Böden verdorren. Für Millionen Menschen bedeutet Klimawandel Obdachlosigkeit, Flucht und Armut. Bangladesch alleine rechnet bis zum Jahr 2050 mit 26 Millionen Klimaflüchtlingen.

Statt weiter darum zu streiten, wer wie viel CO2 einsparen soll, müssen endlich konkrete Lösungen für die Menschen in Ländern wie Bangladesch her: technologische Hilfe beim Gebrauch erneuerbarer Energien, finanzielle Entschädigung für die vom Klimawandel am stärksten betroffenen Länder, aber eben auch Immigrationsrechte. Nur wenn Deutschland eine Vorreiterrolle beim Klimaschutz einnimmt und Schwung in die stockenden UN-Klimaverhandlungen um ein Kyoto-Nachfolgeabkommen bringt, wird es seiner Rolle als Industrienation gerecht.

Konsequenter Klimaschutz ist mehr als ein Akt internationaler Solidarität mit den am meisten vom Klimawandel betroffenen Menschen. Er bedeutet Wiedergutmachung für die Umweltschäden, die Industrienationen wie Deutschland angerichtet und so den Klimawandel erst hervorgerufen haben.

Niema Movassat ist MdB und Mitglied im Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung für die Fraktion DIE LINKE. (Pressemitteilung vom 9. Dezember 2010)

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