Wie viel Altmunition ist in der Kieler Bucht?

Im Mai hat die Deutsche Marine die Wasserschifffahrtsdirektion Nord mit modernster Ortungstechnik bei den diesjährigen Messfahrten in der Kolberger Heide in der Kieler Bucht unterstützt. Es wurde weitere Altmunition, auch außerhalb der bisher gekennzeichneten Flächen, gesichtet. Dabei handelt es sich laut Information des Bundesministeriums der Verteidigung (BMV) auf meine Nachfrage zur Kleinen Anfrage „Munition in Nord und Ostsee“ um ein Gemisch aus Ankertau- und Grundminen, möglichen Wasserbomben (oder Fässern) und torpedoähnlichen Objekten.

Nach Auswertung dieser Funde gab nun die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV), Direktion Nord, als Konsequenz am 17. Oktober 2012 in einer Pressemitteilung bekannt, dass in den Seekarten das „Unreingebiet“ Kolberger Heide erweitert wird. Nach erster Klassifizierung spricht die WSV von über 1000 möglichen Ankertau- und Grundminen. Mir hatte das BMV mitgeteilt, dass es sich in der Kolberger Heide um etwa 2000 Altmunitionsfunde handelt.

 

Auf der einen Seite ist es gut, dass umgehend vorsorglich gehandelt wird, damit zumindest keine Menschen zu Schaden kommen können. Auf der anderen Seite erstaunt mich, dass hier mit ganz unterschiedlichen Mengenangaben gehandelt wird. 2000 Minen sind nicht einfach nur „über 1000 Minen“, sondern doppelt so viele!“

Das ist Irreführung der Öffentlichkeit, und ich frage mich natürlich, was steckt dahinter? Soll hier ein ungeliebtes Problem klein geredet werden, weil keine Lösung in Sicht und die Gefahr für Mensch Umwelt keinesfalls unter Kontrolle ist? Jetzt muss zumindest ein abgestimmtes Lösungskonzept her, wie weiter mit der Altmunition umgegangen werden soll. Zudem sollte das Konzept die systematische Kartierung aller belasteten Gebiete in Nord- und Ostsee mit neuster Technik einschließen.“

 

 

 

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