Wasser - und was sonst noch den Bach runtergehen könnte - zum Weltwassertag 2013

Kurt Schubert / Pixelio.deDer 22. März wurde 1992 von den Vereinten Nationen zum Weltwassertag erklärt. Seither gibt es an diesem Tag jedes Jahr weltweit verschiedene Aktionen, um die Bedeutung des Wassers für die menschliche Gesellschaft und die natürlichen Ökosysteme bewusst zu machen. Nur etwas mehr als 2,5 Prozent des gesamten Wassers auf unserem Planeten ist Süßwasser – das Wasser, das wir nicht nur als Trinkwasser, sondern auch für die Landwirtschaft und Industrie brauchen. Dieser Vorrat vergrößert sich nicht, ist geographisch ungleich verteilt und außerdem aufgrund der starken Verschmutzung als Trinkwasser zum Teil unbrauchbar. Sauberes Wasser ist lebensnotwendig, wird jedoch immer knapper, und somit ist und bleibt der Mangel an sauberem Wasser eines unserer größten Probleme auf der Erde. Der Weltwassertag 2013 rückt das Thema „Zusammenarbeit bei der Wasserbewirtschaftung“ in den Mittelpunkt. Denn nur eine globale nachhaltige Nutzung und Kontrolle der Wasservorkommen kann die Ökosysteme mit ihren Funktionen und so die Existenz der menschlichen Gesellschaften für die Zukunft sichern. So ist der Stand der Dinge.

Die Zukunft der Wasserversorgung und die gerechte Verteilung sind zentrale Aufgabenstellungen für die Weltgemeinschaft. Und das ist eine weltweite gesellschaftliche Herausforderung. Die Frage ist, wie können eine effektivere Zusammenarbeit bei fachübergreifendenden und grenzüberschreitenden Entscheidungen entstehen und wie die entsprechenden Partnerschaften zwischen den Akteuren? Da ist mehr als Information gefragt: Es geht um Transparenz, die frühzeitige Offenlegung regionaler Vor- und Nachteile, die Kommunikation zwischen Wissenschaft und Politik und die Beteiligung der Menschen an den Entscheidungsprozessen.

Voraussetzung dafür ist, dass alle – Politik, Wirtschaft, Fachleute, die Weltbevölkerung – alle müssen Wasser als gemeinsames Gut und Menschenrecht anerkennen. So ist der Plan oder vielleicht besser die Vision. Im Sommer 2010 haben die Vereinten Nationen Wasser zum Menschenrecht erklärt. Von den 41 Ländern, die dem nicht zugestimmt haben, waren 17(!) Mitgliedstaaten der Europäischen Union. Das ist so ungeheuerlich, dass es nicht oft genug gesagt werden kann. Und es macht deutlich, wie wichtig es ist, die Zusammenarbeit in punkto Wasser zum Thema zu machen. Neben dem Verständnis dafür, dass Wasser Allgemeingut ist, geht es auch um Wissenstransfer und Innovation, zum Beispiel bei der Bewältigung von Wasserverschmutzung und Wasserverschwendung.

Derzeit haben über eine Milliarde Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Während in Nordafrika und im Nahen Osten schon längst Wassermangel herrscht, zeigen sich auch in Europa, wie beispielsweise in Spanien oder Italien, erste Anzeichen von Mangel an Trinkwasser.

Zur Sicherung des Grundbedarfs benötigt jeder Mensch täglich 20 bis 50 Liter sauberes und schadstofffreies Wasser. Ein Kind in einem hochentwickelten Industrieland verbraucht 30 bis 50 Mal mehr Wasser als ein Kind in einem Entwicklungsland. Immer mehr Menschen brauchen immer mehr Wasser. Bald werden neun Milliarden Menschen um die Reserven konkurrieren.

Wer kennt nicht den Satz des ehemalige UN-Generalsekretär Boutros-Ghali, der schon 1985 warnte, dass die nächsten Kriege um Wasser geführt werden könnten. Das war vor fast 30 Jahren. Und im letzten Jahr meldeten sich die amerikanischen Geheimdienste mit der Nachricht zu Wort, dass bei den zunehmenden Konflikten um Wasser in etwa zehn Jahren mit hoher Wahrscheinlichkeit von Kriegen um die Kontrolle über den Zugang zu Wasser auszugehen ist.

Die Vereinten Nationen wollen durch Zusammenarbeit das Menschenrecht auf Wasser durchsetzen. Nur brauchen wir dazu grundlegende gesellschaftliche Veränderungen und das wird nicht erwähnt. Die aktuelle Wasserpolitik der Europäischen Union schert sich nicht um das Menschenrecht auf Wasser. Sie kümmert sich ums Geschäft, will Wasser zur Handelsware machen und dafür sogar Leitlinien entwickeln. Denn einige wollen damit ein Milliardengeschäft machen.

Die schwarz-gelbe Koalition hat diese Pläne der EU-Kommission im Umweltausschuss des Bundestages diese Woche gegen das Votum der LINKEN abgesegnet.

Es wird eine Frage von Krieg und Frieden sein.
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