Alles prima im Kindergarten?

Eigentlich sollte man als „gute Eltern“ seine Abkömmlinge ruhigen Gewissens im Kindergarten abliefern können. Denn schließlich werden sie in ihrer Entwicklung durch eine große Gemeinschaft, durch spielerisches Lernen, Sport und vieles mehr bestens gefördert. Also alles prima?
Leider ist dem nicht so. Es hat sich ein heimtückischer Feind in die Kindergärten eingeschlichen. Er ist unsichtbar, gelangt über die Haut, das Essen oder bereits durch das Atmen in den Körper und richtet Schäden gerade bei den sich entwickelnden jungen Körpern an. Es handelt sich hierbei um Gift, das aus Kunststoffen an die Umgebung abgegeben wird. Viele Kunststoffe, dazu gehören vor allen Dingen Weichkunststoffe wie PVC, benötigen zur Vermeidung von Sprödigkeit sogenannte Weichmacher.

Enthalten sind sie beispielsweise in Teppichen,  sonstigen Bodenbelägen, Turnmatten, Vinyltapeten, Wärmflaschen, Möbel mit Kunstlederbezügen und Spielzeug. Vergleichsanalysen,  durchgeführt vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland zeigen, dass die gemessenen Konzentrationen in Staub von Kindergärten rund dreimal so hoch sind wie normalerweise im Hausstaub. Festgestellt wurden Werte nicht nur im Milligrammbereich pro kg Staub, sondern durchweg eine Dimension größer. Die Werte lagen zwischen ein bis dreizehn Gramm pro kg Staub. Das sind enorme Belastungen. Und das – obwohl Weichmacher im Verdacht stehen, die Zeugungsfähigkeit insbesondere bei Männern zu verschlechtern und Allergien, Diabetes und Krebs auszulösen. Bei Kindern ist die Wirkung besonders stark.
Daher ist es traurig, dass sich die Bundesregierung nicht zur Beauftragung  einer umfassenden Analyse aufraffen konnte. Dank der Arbeit einer Umweltorganisation gibt es jetzt erste Daten.
Die Bundesregierung muss endlich handeln. Die Verbraucherschutzministerin Aigner muss unsere Kinder endlich vor gefährlichen Alltagsgiften schützen. Vor gesundheitlichen Gefahren, egal ob durch Weichmacher oder andere Alltagsgifte, sind aufzuklären. Aber auch hier besteht nur wenig Interesse, wie schon die Antwort auf die Anfrage der Fraktion DIE LINKE zeigt.

Machen Sie mit! Schreiben Sie an Frau Ministerin Aigner und bitten Sie um Abhilfe.

Aber warum sind die Werte gerade in Kindertagesstätten so überhöht? Die Antwort ist so einfach wie eine Abhilfe schwierig ist. Es gibt keine Grenzwerte für Weichmacher und größtenteils sind die Träger der Einrichtungen finanziell so überlastet, dass sie keine anderen Materialien verwenden können. Bei vielen alternativen Materialien im Bezug auf Weichmacher besteht zudem ein Konflikt zu Hygieneanforderungen in Kitas und dem Schutz vor Verletzungen der Kinder beispielsweise bei Stürzen. Aber hier muss angesetzt werden, alternative Materialien sind zu entwickeln, die Kindertagesstätten sind finanziell besser auszustatten und die Verwendung bestimmter Weichmacher enthaltenen Materialien ist auf das Notwendigste zu begrenzen und bei möglichen Alternativen zu verbieten.

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