Genossenschaftskonferenz der Linksfraktion

Foto: Alexander Hauk / www.alexander-hauk.de  / www.pixelio.de„Gegenspieler zur Macht“ – was sich anhört wie aus der Welt von Georg Lucas´ Weltraumsaga „Star Wars“ war in Wirklichkeit der Titel einer Fachkonferenz der Bundestagsfraktion DIE LINKE. Als „Gegenspieler zur Macht der Märkte und Finanzen“ waren nicht Luke Skywalker und Co auserkoren, sondern die Genossenschaften. 2012 ist das UN-Jahr der Genossenschaften.

Für DIE LINKE haben Genossenschaften als Form der Wirtschaftsdemokratie eine besondere Bedeutung. Sie sind solidarische Selbsthilfeorganisationen und Unternehmensform, bei der die Gewinnmaximierung nicht das A und O ist. 21 Mio. Menschen sind in Deutschland Mitglied in einer Genossenschaft. Die Genossenschaftsidee wächst, doch nicht überall und nicht immer so, wie gewünscht. Ziel der gut besuchten Tageskonferenz war die Frage, was Genossenschaften leisten können. Wir wollten wissen, was sie bereits erreicht haben und wo sie Unterstützung brauchen. Das gemeinschaftliche Wirtschaften und das Teilen der Verantwortung sollte aus Sicht der Linksfraktion gestärkt werden.

In drei Workshops wurde das Genossenschaftsthema näher beleuchtet:

  1. Wohnungsgenossenschaften. Erinnert sei an die TLG FairWohnen, die viele Mitglieder der LINKEN, inkl. der Linksfraktion unterstützten.
  2. Genossenschaften und öffentliche Daseinsvorsorge, insbesondere Energiegenossenschaften sowie
  3. Agrargenossenschaften.

Überraschen konnte im Workshop zu den Agrargenossenschaften Prof. Markus Hanisch von der HU Berlin, der die Ergebnisse einer umfangreichen europaweiten Studie zur Wirkung von Molkereigenossenschaften vorstellte. Trotz mancher Unzufriedenheit mit dem Agieren der Molkereigenossenschaften lässt sich eine für die Milchproduzent_innen positive langfristige Wirkung der genossenschaftlichen Organisation wissenschaftlich nachweisen. Wo sie präsent sind werden die Privatmolkereien zu einem tendenziell höheren Erzeugerpreis gezwungen. Je höher in einem EU–Land der genossenschaftliche Organisationsgrad, desto besser die Position der Milchbäuer_innen in dem weitgehend globalisierten Markt. Molkereigenossenschaften kommen also nicht nur den Genoss_innen zugute, sondern strahlen auf den gesamten Markt.

Kritik gab es an den tendenziell abnehmenden demokratischen Strukturen und Gepflogenheiten in vielen, vor allem großen Genossenschaften. Die in Berlin gegründete Initiative „Genossenschaft von unten“ stellte ihre Vorstellungen zur Reform des Genossenschaftsrechts vor. Die Macht der Vorstände solle eingeschränkt, die Mitglieder in den Generalversammlungen einen stärkeren Einfluss bekommen.

Die Linksfraktion plant auf der Basis der Genossenschaftskonferenz einen Antrag zur Stärkung der Genossenschaften. Ob das Jahr der Genossenschaften so enden wird, wie die Krieg-der-Sterne-Saga, vermag ich nicht zu sagen. Die „Rückkehr der Jedi-Ritter“ - die Stärkung des Genossenschaftsgedankens und die Etablierung eines Gegenspielers zur Macht – das ist aus Sicht der Linksfraktion wünschens- und auf jeden Fall unterstützungswert.

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