Netzwerke landwirtschaftsfremder Investoren offenlegen

von Dr. Kirsten Tackmann

Derzeit werden Unternehmensgruppen in der Agrarstrukturerhebung nicht erfasst. Das ist vor allem deshalb dramatisch, weil eine breite Streuung des Bodeneigentums Nachkriegskonsens in Deutschland ist, aber immer mehr landwirtschaftsfremde Investorinnen und Investoren direkt oder indirekt durch Anteilskäufe von Agrarbetrieben Boden erwerben. Dadurch sind überregionale, bundesweite oder gar internationale verschleierte Investorennetzwerke entstanden. Solche regionalen Bodenkartelle entziehen der ortsansässigen Landwirtschaft den Boden als Existenzgrundlage oder verteuern ihn so extrem, dass er mit landwirtschaftlicher Arbeit nicht mehr bezahlbar ist. Die Zeche zahlen nicht nur die ortsansässigen Agrarbetriebe, seien es Familienbetriebe oder Genossenschaften, und ihre Beschäftigten, sondern die Bevölkerung in den ländlichen Räumen. Dass erst mit der Insolvenz einer Agrarholding wie der KTG öffentlich wurde, dass sie aus einem Netzwerk von 100 Subunternehmen mit verschleierten persönlichen Beziehungen der handelnden Akteurinnen und Akteure bestand, weist auf ein erhebliches Kenntnis- und Regulierungsdefizit hin.

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Im Wald brennt es

von Dr. Kirsten Tackmann

Im Wald brennt es - im konkreten wie im übertragenen Sinn. Extremwetterereignisse wie Stürme bis zu Orkanstärke und der Dürresommer 2018 als Zeichen eines beginnenden Klimawandels haben in vielen Regionen dem Wald massiv direkt geschadet. Das sind ideale Bedingungen für Massenvermehrung von Forstschädlingen (so genannte Kalamitäten), deren Risiko aufgrund fehlender Arten- und Altersvielfalt in vielen Wirtschaftswäldern, insbesondere der Nachkriegszeit anerkannt höher ist als in natürlichen Waldgemeinschaften. Insofern ist zumindest die Großflächigkeit und das Ausmaß der Auswirkungen der Problemlage auch die Folge falscher forstlicher Konzepte in der Vergangenheit und muss insofern auch Mahnung sein für dringend notwendige Korrekturen. Trotzdem müssen alle mit der zumindest kurz- oder mittelfristigen Vernichtung von Ökosystemen und Habitaten umgehen, deren nachhaltig gestaltete Regeneration eine Generationenaufgabe ist.

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Zu marktorientiert für die Tonne – Lebensmittelverschwendung ist Zeichen des nötigen Systemwechsels

Auch die Lebensmittelerzeugung ist der kapitalistischen Verwertungslogik unterworfen. Statt sich an der sicheren Versorgung einer gesunden Bevölkerung zu orientieren, geht es darum, wie viel Geld damit verdient werden kann. Wir brauchen ein Wirtschaftssystem, in dem Lebensmittel wertgeschätzt und nicht im Zweifel sogar als Sonderangebot verramscht werden. Anreize für überflüssige Produktion müssen beseitigt, Resteverwertung unterstützt werden.

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Statt Koalitionsstreit endlich Taten für den Bienenschutz!

Biene auf BlumeGleich zu Beginn Ihrer Amtszeit bekundete Frau Klöckner ihre Liebe zu den Bienen: sie seien systemrelevant und sollten unbedingt gerettet werden! Im Koalitionsvertrag 2018 steht sogar wörtlich „der Schutz der Bienen liegt uns besonders am Herzen“. Doch in Wirklichkeit lässt das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, das direkt dem Landwirtschaftsministerium untersteht, den Einsatz von gleich mehreren bienenschädlichen Chemikalien weiter zu. Hiermit werden nicht nur eigene Versprochen gebrochen sondern auch die Stimme der Bürgerinnen und Bürger schlichtweg ignoriert, die sich laut gegen das massive Bienensterben aufbegehren! Frau Klöckner muss ihren Versprechen auch Taten folgen lassen!
(sieh dazu die Tagesschau: Langer Weg zu mehr Schutz für Bienen)

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