Tönnies stoppen – Dumping-Fleisch raus!

DIE LINKE. Sachsen-Anhalt unterstützt den Aktionstag »Tönnies stoppen – Dumping-Fleisch raus!« am Freitag, den 13. September in Weißenfels. Janina Böttger, stellvertretende Landesvorsitzende und Stephan Krull, Mitglied des Landesvorstandes zu den geplanten Protesten:

Zuletzt war Clemens Tönnies vor allem mit wirren, rassistischen Aussagen beim »Tag des Handwerks« in Paderborn aufgefallen. Unter anderem sagte er, wenn jährlich 20 Kraftwerke in Afrika gebaut würden, »würden die Afrikaner aufhören, Bäume zu fällen, und sie hören auf, wenn’s dunkel ist, Kinder zu produzieren«.* Beim Bundesligisten Schalke 04 muss Tönnies deshalb sein Amt derzeit ruhen lassen. Doch bei genauerem Hinschauen sind diese Bemerkungen nur die Spitze des Eisbergs.

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Netzwerke landwirtschaftsfremder Investoren offenlegen

von Dr. Kirsten Tackmann

Derzeit werden Unternehmensgruppen in der Agrarstrukturerhebung nicht erfasst. Das ist vor allem deshalb dramatisch, weil eine breite Streuung des Bodeneigentums Nachkriegskonsens in Deutschland ist, aber immer mehr landwirtschaftsfremde Investorinnen und Investoren direkt oder indirekt durch Anteilskäufe von Agrarbetrieben Boden erwerben. Dadurch sind überregionale, bundesweite oder gar internationale verschleierte Investorennetzwerke entstanden. Solche regionalen Bodenkartelle entziehen der ortsansässigen Landwirtschaft den Boden als Existenzgrundlage oder verteuern ihn so extrem, dass er mit landwirtschaftlicher Arbeit nicht mehr bezahlbar ist. Die Zeche zahlen nicht nur die ortsansässigen Agrarbetriebe, seien es Familienbetriebe oder Genossenschaften, und ihre Beschäftigten, sondern die Bevölkerung in den ländlichen Räumen. Dass erst mit der Insolvenz einer Agrarholding wie der KTG öffentlich wurde, dass sie aus einem Netzwerk von 100 Subunternehmen mit verschleierten persönlichen Beziehungen der handelnden Akteurinnen und Akteure bestand, weist auf ein erhebliches Kenntnis- und Regulierungsdefizit hin.

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Im Wald brennt es

von Dr. Kirsten Tackmann

Im Wald brennt es - im konkreten wie im übertragenen Sinn. Extremwetterereignisse wie Stürme bis zu Orkanstärke und der Dürresommer 2018 als Zeichen eines beginnenden Klimawandels haben in vielen Regionen dem Wald massiv direkt geschadet. Das sind ideale Bedingungen für Massenvermehrung von Forstschädlingen (so genannte Kalamitäten), deren Risiko aufgrund fehlender Arten- und Altersvielfalt in vielen Wirtschaftswäldern, insbesondere der Nachkriegszeit anerkannt höher ist als in natürlichen Waldgemeinschaften. Insofern ist zumindest die Großflächigkeit und das Ausmaß der Auswirkungen der Problemlage auch die Folge falscher forstlicher Konzepte in der Vergangenheit und muss insofern auch Mahnung sein für dringend notwendige Korrekturen. Trotzdem müssen alle mit der zumindest kurz- oder mittelfristigen Vernichtung von Ökosystemen und Habitaten umgehen, deren nachhaltig gestaltete Regeneration eine Generationenaufgabe ist.

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