Schäferinnen und Schäfer demonstrieren für Weidetierprämie

von Kirsten Tackmann

Zur Einläutung der Weidetierprämie erklangen am Dienstag gut 200 Schafsglocken vor dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Schäferinnen und Schäfer aus ganz Deutschland, Verbände, Politik, Unterstützerinnen vertraten dort lautstark ihre Forderungen nach einer angemessenen Förderung von Weidetierhalterinnen und Weidetierhaltern. Es geht um die Einführung einer gekoppelten Zahlung innerhalb der ersten Säule der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP). Um die sogenannte Weidetierprämie, die 22 andere Mitgliedstaaten der EU an ihre Flächennutzerinnen und -nutzer auszahlen, eine Prämie von 38 Euro pro Weidetier.

Die Lage der Weidetierhalterin und -halter ist ernst. Besonders die Schafhaltung leidet unter der fehlenden Weidetierprämie, da Schäferinnen und Schäfer oft keine eigenen Flächen bewirtschaften. Gerade Weidetierhalterinnen und -halter, die von Anderen gepachtete Flächen nur zeitweise nutzen, haben damit keinen Anspruch auf eine Flächenprämie. Hinzu kommt, dass es immer weniger Triftwege gibt. Randstreifen an Äckern und Gewässern in ausreichender Breite und zusammenhängende Grünlandflächen werden immer seltener. Dazu hat nicht nur der gesamte Berufsstand Nachwuchsprobleme, auch die Flächen schwinden mehr und mehr.

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Das Ernährungssystem wandelt sich rasant - das sind die drei Megatrends

„Welche Landwirtschaft wollen wir?“ Darüber wurde in den letzten Wochen, insbesondere rund um die Grüne Woche, viel und heftig diskutiert. Eigentlich sollte die Frage lauten: „Welches Ernährungssytem wollen wir?“ Der Preisdruck, unter dem Bauern hierzulande und weltweit stehen, ist nicht zu verstehen ohne die rasante Restrukturierung der Agrochemie- und der Ernährungswirtschaft.

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Kirsten Tackmann: Digitalisierung braucht auch in der Landwirtschaft gesellschaftlichen Konsens

Rede von Kirsten Tackmann, 18. Januar 2018

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Frau Präsidentin!

Liebe Kolleginnen und Kollegen!

Liebe Gäste!

Eine digitalisierte Welt ist für manchen total faszinierend. Wie absurd nah sich Chancen und Risiken sein können, beschreibt Marc-Uwe Kling in „Qualityland“ sehr, sehr gut. Es ist sehr amüsant zu lesen. Aber gleichzeitig bleibt einem das Lachen manchmal im Halse stecken.

Auch im Hinblick auf die Landwirtschaft ist jedenfalls meine Euphorie sehr gedämpft. Spannend ist auch die Frage: Wem nützt das eigentlich? Natürlich sind viele Wohltaten in einer vernetzten Präzisionslandwirtschaft vorstellbar und auch schon real. Lenken uns diese Hightechträume aber nicht allzu oft von den wirklichen Problemen ab?

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Amira Mohamed Ali, DIE LINKE: Den Agrar- und Lebensmittelkonzernen die Stirn bieten

Rede Amira Mohamed Ali

Beim Verbraucherschutz und der Lebensmittelpolitik hat die Große Koalition versagt. Gesunde Ernährung hängt immer mehr vom Geldbeutel ab. Die Ausweitung der Informationsrechte für die Verbraucher/innen lässt immer noch auf sich warten und die Agrarwende wird ausgebremst. Die LINKE fordert einen grundlegenden Politikwechsel, um allen Menschen eine gesunde und bezahlbare Ernährung zu ermöglichen.

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Sehr geehrter Herr Präsident!

Kolleginnen und Kollegen!

Liebe Gäste!

Sehr geehrter Herr Präsident! Kolleginnen und Kollegen! Liebe Gäste! Am nächsten Samstag findet hier in Berlin eine Großdemonstration statt. Das Motto der Demonstration lautet: „Wir haben es satt! Der Agrarindustrie die Stirn bieten!“.

(Beifall bei der LINKEN)

Viele Tausend Menschen werden erwartet. Kolleginnen und Kollegen von Union und SPD, diese Menschen werden gegen Ihre Politik demonstrieren, und das völlig zu Recht; denn die Große Koalition hat auch in diesem Bereich völlig versagt.

(Beifall bei der LINKEN sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)

Deshalb werden die Linke und auch ich selbst an dieser Demonstration teilnehmen; denn für die Linke ist klar: In der Agrar- und Lebensmittelpolitik muss sich endlich und grundlegend etwas ändern.

(Beifall bei der LINKEN)

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