EHEC: Bundesregierung muss gravierende Wissenslücken schließen!

„Die Antwort der Bundesregierung auf meine parlamentarische Anfrage zum Thema EHEC ist alarmierend. Sie gibt zwar zu, dass die Wissenslücken zu groß sind für eine wissenschaftliche Risikobewertung für Rindergülle. Aber sie bleibt die Anwort schuldig, wie das geändert werden kann,“ kommentiert Dr. Kirsten Tackmann die Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage zur EHEC-Krise. Die agrarpolitische Sprecherin der Linksfraktion erkundigte sich nach einer Risikobewertung von Gülle als möglichem EHEC-Träger.

Tackmann weiter: „Die Bundesregierung riskiert durch das Festhalten an Standortverlagerungsbeschlüssen den Verlust an epidemiologischer Kompetenz in der politikberatenden Agrar-Ressortforschung. Im Gegensatz dazu fordert DIE LINKE als Reaktion auf die erneut offensichtlich gewordenen Wissensdefizite die Einrichtung eines interdisziplinären Epidemiologischen Zentrums an einem für angewandte Forschung, Politikberatung und Krisen-Einsätze geeigneten Standort. Dort muss die Risikoforschung entlang der gesamten Wertschöpfungskette für Lebensmittel tierischen Ursprungs konzentriert werden. Deutschland muss sich bei der Risikoforschung endlich international vergleichbar gut aufstellen.

 

Das Risiko einer Übertragung von EHEC aus Rindergülle auf Menschen ist nach wie vor gegeben. Daher wird, ähnlich wie bei der Vogelgrippe, auch bei EHEC eine umfassende Risikobewertung für direkte, indirekte, legale und illegale Verschleppungsrisiken dringend gebraucht. Nachdem Ministerin Aigner meiner mündlichen Frage danach in der Befragung der Bundesregierung ausgewichen war, hatte ich die Nachfrage als parlamentarische Anfrage an die Bundesregierung wiederholt. Die nun schriftlich vorliegende Antwort ist ein Offenbarungseid.

 

 

 

 

Leider scheint die Bundesregierung nicht aus ihren Fehlern zu lernen. Selbst wenn der Erreger des aktuellen Ausbruchs wohl vom Menschen stammt, bleibt das Risiko für ein ähnliches Geschehen durch EHEC aus dem Rinderbestand bestehen. Trotzdem bestätigt die Bundesregierung gravierende Wissenslücken und gibt zu, das Risiko zur Bedeutung des Vorkommens von STEC/EHEC in Rindergülle wissenschaftlich nicht bewerten zu können. Aber nach dem Ausbruch ist möglicherweise vor dem Ausbruch. Also muss im Vorsorgegedanken die Schließung der Wissenslücken oberste Priorität haben. Eine Risikobewertung für Rindergülle muss schnellstmöglich vorgelegt werden.“

 

Die Antwort der Bundesregierung auf die Anfrage von Frau Dr. Tackmann finden Sie hier.

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