Augen auf beim Weihnachtskauf - gefährliches Spielzeug

Alle Jahre wieder kommt es im Dezember zum Endspurt beim Weihnachtsgeschenkekauf. Der Spielwareneinzelhandel und die Hersteller sind zufrieden, sie erwarten in diesem Jahr zwei Prozent Umsatzsteigerung. Die Regale in den Spielwarenabteilungen der Geschäfte sind berstend voll mit Spielzeug für alle Altersklassen. Da fällt die Auswahl schwer, denn neben Computerspielen stehen auch Metall- und Modellbaukästen, Puppen und besonders für Kleinkinder Plüschtiere aller Art, Kunststoffringe und -klötzer und buntlackiertes Holzspielzeug hoch im Kurs. Das Angebot ist riesig, doch Vorsicht bei der Auswahl – Spielzeugabteilungen können reinste Giftarsenale sein.

Über die Hälfte der Spielzeuge, die in den vergangenen Jahren von Stiftung Warentest geprüft wurden, war teils mehrfach mit Schadstoffen belastet und fast ein Viertel davon setzen über die zulässigen Grenzwerte hinaus Schadstoffe frei. Dabei geht es um Schwermetalle wie Blei, Nickel und Quecksilber und Schadstoffe wie Formaldehyd und Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), die als Weichmacher in Kunststoffen, in Lackfarben und Klebern eingesetzt werden.

 

Von Kindern werden sie beim Spielen über die Haut aufgenommen oder man denke daran, was Kinder alles in den Mund nehmen. Diese Gifte sind schon in winzigen Mengen krebserregend, lösen Allergien aus oder stören das Hormonsystem und gefährden dadurch die Fortpflanzungsfähigkeit. Kinder sind noch in der Entwicklung, ihr Körper reagiert besonders empfindlich. Nur ein Fünftel der untersuchten Produkte war frei von schädlichen Chemikalien und so sind Kinder trotz gesetzlicher Vorgaben und strenger Grenzwerte oft ungeahnten Gesundheitsgefahren ausgesetzt.

Über die Hälfte der Spielwaren wird importiert und oft in Billiglohnländern von Arbeiterinnen und Arbeitern oder auch Kindern, die nicht wissen, welcher gesundheitlichen Belastung sie durch die gefährlichen Materialen ausgesetzt werden, zu Dumpinglöhnen hergestellt. Die fertigen Produkte werden oft unberechtigt von den Herstellern mit dem „CE“-Zeichen versehen. Diese Kennzeichnung sagt aus, dass ein Produkt die Mindestanforderungen für den Europäischen Markt erfüllt. Über Qualität und Sicherheit der Spielwaren sagt das noch nichts aus. Die Hersteller umgehen die Vorgaben so lange diese nicht ausreichend von den Behörden kontrolliert und sanktioniert werden. Und so lange wird weiterhin jedes vierte Spielzeug unter dem Weihnachtsbaum schadstoffbelastet sein.

DIE LINKE fordert deshalb in ihrem Antrag „Schutz von Kindern vor Schadstoffen in Spielzeugen wirksame durchsetzen“, die Kontrollen zur Marktüberwachung auf Bundesebene zu vereinheitlichen und auszubauen. Nur so können wir die Gesundheit von Kindern gewährleisten. Hersteller und Importeure müssen an den Kosten für die Kontrollen beteiligt werden. Schließlich sind sie die Verursacher der Probleme mit Schadstoffen in unseren Kinderzimmern.

Den Antrag „Schutz von Kindern vor Schadstoffen in Spielzeugen wirksame durchsetzen“ finden Sie hier.

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