Mit Feuer und Flamme - Mahnwache gegen Atommülltransport

Da hat sich die Bundesregierung schön verkalkuliert. Sie dachte ein Atomtransport von Frankreich nach Mecklenburg-Vorpommern würde in Ostdeutschland widerstandslos hingenommen. Doch weit gefehlt! Der Atom-Treck nach Lubmin wurde von wachsenden Protesten überall im Bundesland Brandenburg begleitet. Ich selbst war vor wenigen Wochen mit mehr als 30.000 Menschen zur Demonstration im Wendland, diese Woche war ich bei einer Mahnwache in Wittenberge dabei.

 

Mehr als 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind für so eine Aktion in der dünn besiedelten Region ziemlich gut, auch wenn personelle Verstärkung aus dem Wendland dazu kam. Feuerwannen, Kaffee, Tee und Winterkleidung halfen zumindest zeitweise gegen Schnee und Kälte. Der Atom-Widerstand ist also in der Prignitz angekommen. Nicht ohne Grund. Schließlich liegt der Salzstock Gorleben zur Hälfte auch unter der Prignitz, wie auf einer sehr gut besuchten Informationsveranstaltung der LINKEn Fraktionen im Bundestag und im Niedersächsischen Landtag in Lenzen berichtet.

Die Menschen protestieren nicht nur gegen den Castor-Transport, sondern gegen die schwarz-gelbe Atomlobby-Politik. Sie wehren sich dagegen, dass die Laufzeit der Atommeiler verlängert wurde – mit Tricks und gegen den Willen der demokratischen Mehrheit. Dabei ist nicht mal klar, wo der bereits angefallene Atommüll sicher gelagert werden kann. Unsere Verantwortung bleibt, den vorhandenen Atommüll so sicher wie irgend möglich zu lagern. Dafür wird eine ergebnisoffene und transparente Endlagersuche auf deutschem Boden benötigt. In Gorleben hoffte man auf wenig Widerstand im dünn besiedelten Randgebiet der damaligen BRD, in dem man den Menschen den strahlenden Müll einfacher aufhalsen könnte als vielleicht in Bayern. Doch da hatten sie die Wendländerinnen und Wendländer unterschätzt! Jahrelanger Protest war die Folge und die Republik Freies Wendland ist nach wie vor lebendig.

Der Salzstock ist zudem völlig ungeeignet, wie erst jüngst durch eine Recherche im Auftrag der Bundestagsfraktion DIE LINKE erneut nachgewiesen wurde. Bis aber ein sicheres Endlager gefunden ist, sollte kein Atommüll mehr transportiert werden, denn jeder Transport erhöht das Risiko für viele Menschen und sicher ist er in den Zwischenlagern auch nicht.

Die Linksfraktion hat bereits 2009 ein Konzept vorgelegt, wie innerhalb der 17. Wahlperiode alle 17 Atomkraftwerke stillgelegt werden können.

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