Skandalöse Missstände in der Geflügelmast sind systembedingt

„Die aktuelle Berichterstattung in der ARD über skandalöse Zustände in der industriellen Hähnchenmast zeigt wieder einmal, dass die industrielle Landwirtschaft ein Irrweg ist und das Vertrauen darauf, dass ein freier Markt von selbst alles zum Guten wendet, ein katastrophaler Irrtum ist. Seit vielen Jahren ist bekannt, dass in der konzentrierten Intensivtierhaltung, vor allem bei der Geflügelmast, Tiere gequält und Menschen ausgebeutet werden, sowie die Umwelt stark belastet wird“, erklärt Alexander Süßmair, Beauftragter für den Tierschutz der Bundestagsfraktion DIE LINKE. „Auch die schwarz-gelbe Bunderegierung von Kanzlerin Merkel weiß von den Missständen, tut aber nichts - außer gelegentlichen Ankündigungen ihrer Ministerin Aigner. Konkrete Maßnahmen hat die Landwirtschaftsministern bis heute nicht auf den Weg gebracht, obwohl das Thema Tierschutz in der Tierhaltung schon mehrfach Thema in dieser Legislaturperiode war. Es ist ein Skandal, dass dem grundgesetzlichen Staatsziel des Tierschutzes keine ausreichende Geltung verschafft wird. Wir von der LINKEN fordern, neue verbindliche Standards in der Tierhaltung, wie tiergerechte Besatzdichten, außerdem Verschärfungen der Tierschutz- Nutztierhaltungsverordung, stärkere Kontrollen und eine konsequente Ahndung von Verstößen.

Außerdem brauchen wir endlich einen einheitlichen flächendeckenden Mindestlohn, damit einerseits die Ausbeutung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Mast- und Schlachtbetrieben unterbunden wird und andererseits sich alle Bevölkerungsschichten tierschutzgerechte Nahrungsmittel leisten können. Soziale, ökologische und Tierschutzaspekte müssen bei der zukünftigen EUAgrarförderung eine zentrale Rolle spielen. Regionale Wirtschaftskreisläufe sind zu fördern.“

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