Milchmarktpolitik der Bundesregierung ist gescheitert

von Dr. Kirsten Tackmann, agrarpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion DIE LINKE.

Die Lage in der konventionellen Milchviehhaltung ist sehr ernst. Seit vielen Monaten decken die Erzeugerpreise nicht mal die Produktionskosten. Geschweige denn die explodierten Bodenpreise oder die Zinsen für den Stallneubau. Ohne Solar- oder Biogasanlage als Querfinanzierung könnten sich viele Betriebe Milchkühe längst nicht mehr leisten! Nicht wenige halten nur durch, weil sie sonst die Beschäftigten rauswerfen müssten. Anderen Teilen der Landwirtschaft geht es nicht besser. 

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Karl Marx und die Milch

Jede Ware hat einen Wert, der drückt sich in der gesellschaftlich notwendigen Zeit aus, um diese Ware zu schaffen. Jede Rationalisierung in der Produktion lässt diesen Wert sinken, weil weniger Arbeit in das einzelne Produkt fließt. Produzenten, die diese Rationalisierungen nicht nachvollziehen, werden aus der Produktion gekegelt.

Dies passiert über den Preis, denn jede Ware hat nicht nur einen Wert, sondern auch einen Preis. Der Preis muss nicht dem Wert einer Ware entsprechen, sondern regelt sich durch Angebot und Nachfrage. Ein Überangebot lässt den Preis weit sinken, bis Angebot und Nachfrage in Übereinstimmung sind oder sogar die Nachfrage größer ist als das Angebot. In diesem Falle steigt der Preis über den eigentlichen Wert.

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Ihre Milchstraße ist eine Sackgasse, Herr Minister!

Immer mehr Betriebe steigen aus der Milchproduktion aus. Seit Monaten erhalten sie keine kostendeckenden Preise. Waren es im Februar noch 40 cent pro Liter, sinkt der Preis nun in Richtung 20 cent. Die durchschnittliche Überschuldung der Betriebe liegt bei 23.000 Euro pro Hektar.

 

Diese Entwicklung ist brisant, aber nicht neu – seit 2009 stürzen die Milcherzeugerpreise bereits zum dritten Mal ab. Als ich 2005 erstmalig in den Bundestag einzog, lagen wir noch über der Schallmauer von 100.000 Milchviehbetrieben. Unterdessen hat jeder vierte Betrieb aufgegeben. Und die überlebenden 75.000 stehen mit dem Rücken an der Wand. Deshalb waren tausende Betroffene auf der Straße und haben protestiert.

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Milch ist ein besonderer Saft

Brennende Barrikaden, wütende Bauern und Mannschaftswagen der Polizei. Am Montag herrschte Ausnahmezustand in Europas Regierungsviertel in Brüssel. 7.000 Landwirtinnen und Landwirte machten ihrem Ärger Luft und demonstrierten gegen ruinöse Milchpreise. Mit 1.500 Traktoren legten sie das Europaviertel lahm.

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