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Mit den Beiträgen in dieser Kategorie dokumentieren wir die Konferenz "Genug für Alle - sozial.öko.logisch", die am 27./28. Januar in Essen stattfand und gemeinsam von der Rosa-Luxemburg-Stiftung und der Linksfraktion im Bundestag organisiert war.

Fünf Fragen an Prof. Ulrich Brand

Ulrich Brand foto wolfgang borrs kostenfrei kl1.  Warum ist die ökologische auch immer eine soziale bzw. Gerechtigkeits-Frage?

Zum einen sind die Ursachen ökologischer Probleme und der ökologischen Krise in der Gesellschaft verortet. Es ist ja nicht „die“ Menschheit, die allgemein zu viele Ressourcen verbraucht oder den Klimawandel verursacht, sondern es ist die kapitalistische, fossilistische und industrielle Produktions- und Lebensweise. Damit sind wir bei Macht- und Eigentumsfragen. Wer bestimmt über Investitionen, über neue Produktlinien etc.? Das sind starke Kapitalgruppen zusammen mit der sie stützenden Politik.  Natürlich haben auch Beschäftigte, Gewerkschaften und KonsumentInnen Handlungsmöglichkeiten, aber die sind ungleich geringer.

Fünf Fragen an Christoph Bautz

Christoph Bautz kl1.  Warum ist die ökologische auch immer eine soziale bzw. Gerechtigkeits-Frage?

Linke Bewegungen kranken immer wieder daran, Themen viel zu verinselt zu denken. Ökologische und soziale Fragen müssen eng verschränkt beantwortet werden. Schon vor gut 15 Jahren scheiterte Rot-Grün daran bei der Ökosteuer-Reform. Die Mehrbelastungen für sozial Benachteiligte in der Gesellschaft wurden nicht ausgeglichen. Das untergräbt die Akzeptanz für lenkende Ansätze, mit denen die wahren ökologischen Folgekosten von Produkten oder Dienstleistungen für den Konsumenten eingepreist werden.

Fünf Fragen an Ralf Krämer

Ralf Kraemer kl1.  Warum ist die ökologische auch immer eine soziale bzw. Gerechtigkeits-Frage?

Öko ist oft teurer und man muss es sich leisten können. Andererseits belasten Reiche trotz mehr Öko-Konsum die Umwelt weit stärker als Arme. Ökologie durch Ausschluss der Vielen, sodass Wenige weiter konsumieren können ist, nicht akzeptabel.

2.  Welche Strukturen müssen sich verändern, damit ökologische Lebensweisen für alle möglich werden?

Mehr Gleichheit und soziale Sicherheit, weniger Konkurrenz und Stress würden es jedenfalls sehr erleichtern. Zugleich müssen die Möglichkeiten stark beschränkt werden, mit ökologisch schädlichen Produkten und Prozessen Profit zu machen.