Landwirtschaft muss (und kann) aktiven Beitrag zum Klimaschutz leisten!

Am Montag fand im Bundestag eine seltene Veranstaltung statt: Die Ausschüsse für „Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit“ und „Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz“ luden – initiiert von der LINKEN - gemeinsam zu einer Anhörung „Landwirtschaft und Klimaschutz“ ein. Unsere Befürchtung, dass auf die komplizierten Fragen zur Land- und Forstwirtschaft als Geschädigte und gleichzeitig Mitverursacherin des Klimawandels allzu einfach und populistisch Antworten gegeben werden könnten, erwiesen sich als unbegründet.

 

Die geladenen Sachverständigen machten deutlich, dass es ein „weiter so“ in der Landwirtschaft nicht geben kann. Sie muss sich an klimatische Veränderungen – beispielsweise Trocken- oder Salzprobleme der Böden – anpassen. Aber muss auch dazu beitragen, sie zu begrenzen. Doch was können Landwirtinnen und Landwirte konkret dazu leisten und wie können sie dazu bewegt werden?

Hierfür müssen meiner Meinung nach die EU-Agrarsubventionen zielgenauer eingesetzt werden. Wir LINKE fordern ihre Bindung an soziale und eben auch ökologische Kriterien. Wer beispielsweise Grünland  - also Wiesen und Weiden – schützt, der bindet durch den Humus Kohlenstoff im Boden. Bei dieser Diskussion, so bestätigten die Experten unsere Position, geht es nicht um „groß oder klein, intensiv oder extensiv, Bio oder konventionell“. Wir brauchen ein Umdenken auf jedem Hof, jedem Acker, in jedem Stall. Dazu gehört z. B. auch über die Grundlage unserer Tierproduktion nachzudenken. Wie viel Fleischkonsum ist global betrachtet ökologisch verantwortbar? Wo und wie können die Futtermittel für die Schweine und Rinder in Europa selbst angebaut werden? Ihr Transport aus Übersee allein ist schon klimaschädlich. Aber solange sie auch noch auf ehemaligen Urwaldflächen in Brasilien erzeugt werden, basiert unser Wohlstand auf der Abrodung von Kohlenstoff bindenden Wäldern des Südens. Würden bei uns mehr Eiweißfutterpflanzen angebaut, würden dort mehr Flächen für die Natur bzw. für die Nahrungsproduktion der lokalen Bevölkerung zur Verfügung stehen.  Fazit: wir brauchen endlich eine Landwirtschaftspolitik, die Verantwortung übernimmt und klare Handlungsrahmen setzt für den Kampf gegen den Klimawandel genauso wie gegen die Armut in der Welt.

Infos zur Anhörung finden Sie hier.

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