Bundestag streitet über Unkrautvernichter „Glyphosat“

(c) Franz Haindl PIXELIO www.pixelio.deDas Unkrautvernichtungsmittel Roundup Ready (RR) aus dem Hause Monsanto ist der weltweite Verkaufsschlager Nummer 1. Monsanto, Hersteller des berüchtigten Entlaubungsmittels „Agent Orange“ aus dem Vietnamkrieg, verdient sich mit RR eine goldene Nase, denn für RR wurden extra Pflanzen entwickelt, die gegen das Spritzmittel resistent sind. Mit Hilfe der Agro-Gentechnik wurden die Pflanzen so verändert, dass ihnen die Chemiedusche mit dem glyphosathaltigen RR nichts ausmacht. Alle anderen Pflanzen (für die einen sind es Unkräuter, für die anderen Beikräuter) haben das nachsehen und sterben.

Der Wirkstoff Glyphosat gilt eigentlich – bisher – als relativ umweltfreundlich. Im Verhältnis zu anderen Chemikalien der Agrokonzerne scheint er das kleinere Übel zu sein. Da es in Deutschland (zum Glück!) noch keine Gentech-Pflanzen gibt, die RR benötigen, wird Glyphosat in anderen Kulturen eingesetzt. Seit ein paar Monaten ist sogar die Anwendung im Kleingarten erlaubt – warum auch immer im Kleingarten Unkraut mit Chemie, statt mit der Hacke bekämpft werden muss! In den vergangenen Monaten mehrten sich jedoch die Berichte, dass Glyphosat doch nicht so harmlos ist, wie angenommen. Es soll krebserregend und erbgutschädigend sein, wird behauptet.

Nach Vorlage eines Antrages der Grünen (Bundestagsdrucksache 17/7982) landet das Thema nun im Bundestag. Am 15. Dezember 2011 wurde erstmals über den Antrag diskutiert – leider nur zu Protokoll und später Stunde. Ergebnis: Für die Koalition ist alles bestens – die Opposition verlangt eine Neubewertung des Wirkstoffs. Die Rede der linken Agrarexpertin Dr. Kirsten Tackmann finden Sie hier und die komplette Debatte aller fünf Fraktionen kann hier nachgelesen werden.

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