Unkrautkiller Glyphosat im Tampon?

73 Prozent der Menschen in Deutschland fordern ein Verbot des umstrittenen Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat. Unter den LINKEN-Wähler_innen sind es sogar rekordverdächtige 89 Prozent. Dies ergab eine TNS Emnid-Umfrage im Auftrag von Campact. 65 Prozent verlangen darüber hinaus, dass bei der Risikobewertung von Unkrautvernichtungsmitteln nur veröffentlichte Studien unabhängiger Wissenschaftler_innen verwendet werden (Linken-Wähler: 81 Prozent).

Fleischeslust im Agrar-Ausschuss

Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) der WHO hat kürzlich im Fachblatt "Lancet Oncology" veröffentlicht, dass sie den Verzehr von verarbeitetem Fleisch als krebserregend eingestuft. 800 Studien hat sie dazu bewertet. Kaum war der Hinweis auf dieses Risiko ausgesprochen, überschlugen sich die Schlagzeilen. Ein unmoralischer Angriff auf die Fleischeslust und auf die Nahrungsmittelbranche wurde vermutet. Wenn es um die Wurst geht, kennen viele keinen Spaß. Auch nicht im Bundestag.

Lebendige ländliche Räume erhalten – durch ernsthafte Förderung eine nachhaltige Regionalpolitik ermöglichen

Heidrun BluhmDer ländliche Raum braucht eine Perspektive. Das Reden von gleichwertigen Lebensverhältnissen reicht nicht aus, um den Herausforderungen strukturschwacher Kommunen zu begegnen. Was heißt Gleichwertigkeit? Wie schaffen wir sie? - Um diese Fragen und vor allem deren Beantwortung drückt sich die Politik. Stattdessen prägen Reden, Zusehen und Passivität der politischen Akteure die Situation, bspw. im Falle des für die Entwicklung der ländlichen Räume dringend notwendigen Breitbandausbaus.

 

Umso wichtiger ist eine ernsthafte Förderung der Kommunen des ländlichen Raumes, die zukunftsfeste Strukturen schafft und vor allem den von Bevölkerungsrückgängen gekennzeichneten Kommunen hilft, Daseinsvorsorge, Lebensqualität und Teilhabe langfristig zu sichern. Ein wesentlicher Baustein ist dabei eine bessere Finanzausstattung der Kommunen.

Ihre Milchstraße ist eine Sackgasse, Herr Minister!

Immer mehr Betriebe steigen aus der Milchproduktion aus. Seit Monaten erhalten sie keine kostendeckenden Preise. Waren es im Februar noch 40 cent pro Liter, sinkt der Preis nun in Richtung 20 cent. Die durchschnittliche Überschuldung der Betriebe liegt bei 23.000 Euro pro Hektar.

 

Diese Entwicklung ist brisant, aber nicht neu – seit 2009 stürzen die Milcherzeugerpreise bereits zum dritten Mal ab. Als ich 2005 erstmalig in den Bundestag einzog, lagen wir noch über der Schallmauer von 100.000 Milchviehbetrieben. Unterdessen hat jeder vierte Betrieb aufgegeben. Und die überlebenden 75.000 stehen mit dem Rücken an der Wand. Deshalb waren tausende Betroffene auf der Straße und haben protestiert.

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