EHEC im Bundestag: Sondersitzung des Agrarausschusses.

Eins ist klar: Wir wissen fast nichts! So lässt sich die heutige Sondersitzung des Bundestagsausschusses für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz zusammenfassen. Seit fast zwei Wochen werden starke Erkrankungen in Norddeutschland festgestellt, welche mit dem Darmbakterium EHEC in Verbindung gebracht werden. EHEC steht für enterohämorrhagische Escherichia Coli. Dieses Bakterium kann im schlimmsten Fall das hämolytisch-urämische Syndrom (HUS) auslösen. Diese gefährliche Infektion hat schweren auch blutigen Durchfall zur Folge und hat bereits bei einigen VerbraucherInnen in den vergangenen Tagen zum Tode geführt.

 

Momentan bestätigt das zuständige Robert-Koch-Institut 373 HUS-Fälle, darunter sechs Todesfälle. Bis zu 14 Tote werden mit EHEC in Verbindung gebracht. Die heutige Ausschusssitzung diente den anwesenden Agrar- und Verbraucherpolitikern dazu, die zuständigen Fachbehörden, sowie die beiden involvierten Bundesministerien (Agrar- und Gesundheit) zu befragen. Für die Bundestagsfraktion DIE LINKE nahmen Dr. Kirsten Tackmann und Karin Binder an der Sitzung teil.

Leider kam dabei wenig heraus. Klar ist, dass die Quelle für die EHEC-Informationen noch nicht gefunden ist. Ob das überhaupt machbar ist, bleibt fraglich. In 80% der Fälle früherer EHEC-Infektionen blieb die Suche erfolglos.

Nach wie vor kommen weitere Krankheitsfälle hinzu. Auch die Warnung vor Gurken, Tomaten und Salat hat bisher daran nichts ändern können. Gleichzeitig wurde heute betont, wurde der Erreger vom Stamm O 104 nicht auf diesem (bisher) so gesunden Lebensmitteln gefunden. Die Warnung der Behörden basiert auf den Verzehrsberichten der bereits erkrankten Patienten. Einige Landwirte, welche wegen der nachlassenden Nachfrage nun ihre Salatäcker umpflügen müssen, haben daher für die Verzehrsempfehlung der Behörden wenig Verständnis. Ihnen kann aber wahrscheinlich mit Entschädigungszahlungen unter die Arme gegriffen werden, wie das Agrarministerium betonte.

Sowohl die Behörden, als auch die Bundesministerien tappen bei der EHEC-Suche weiter im Dunkeln. Der Wunsch nach einem Persilschein für die Landwirtschaft, deren Unschuld für einige Abgeordnete der FDP klar ist, konnten die anwesenden Experten nicht nachkommen. Es ist einfach nicht klar, wer wann und wo die Lebensmittel verschmutzt hat.

Die Pressemitteilung von Dr. Kirsten Tackmann finden Sie hier.

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