Brandenburg Vorbild bei Hochwasserhilfe und Hochwasserschutz

MdB Ralph Lenkert, Obmann der Fraktion DIE LINKE im Umweltausschuss zur heutigen Bundestagsdebatte zum Thema Fluthilfe:

„Der heutige Bundestagsbeschluss zur Hochwasserhilfe ist wichtig und richtig. Die Flutschäden müssen beseitigt werden und die Betroffenen brauchen Hilfe. Der stellvertretende Ministerpräsident von Brandenburg, Helmut Markov (DIE LINKE.) dankte in der heutigen Debatte den Helfern und auch dem Bund für die Unterstützung. Markov stellte dar, wie Brandenburgs rot-rote Landesregierung umfangreichen vorbeugenden Hochwasserschutz umsetzte. Deichrückverlegung in Lenzen, Poldereinrichtung im Havelland und Deicherneuerung an der Elbe bei Mühlberg waren die Grundlage, dass Brandenburg trotz 50 cm höherer Pegelstände das Hochwasser diesmal besser bewältigte als 2002. Vorbeugender Hochwasserschutz gelang in Brandenburg mit dem Finanzminister Markov und der Umweltministerin Anita Tack (Die LINKE.) besser als in anderen Bundesländern. Dies ersparte Tausenden Brandenburgern das Leid, Hab und Gut in den Fluten versinken zu sehen.

Die Umweltpolitiker der Linksfraktion danken allen Fluthelfern für ihre Unterstützung und unseren Brandenburger Genossinnen und Genossen für ihre Arbeit vor, während und nach der Flut.“

Das Wasser kommt - und dann?

master76 pixelio.deWenn das Wasser kommt, gibt es nur eines, helfen, wo immer es nötig ist. Dann werden viele Hände gebraucht, ob zum Sandsäcke füllen, um die Verpflegung zu sichern oder zum Aufräumen, wenn die Flutwelle durchgezogen ist. Landauf, landab packen in diesen Tagen tausende Menschen ganz selbstverständlich mit an. Auf diese Hilfe und Unterstützung durch die Bevölkerung können sich die Betroffenen verlassen. Der staatliche Katastrophenschutz hat im Ernstfall, also bei Hochwasser, seit der ersten Jahrhundertflut 1997 an der Oder sogar eine gewisse Routine erreicht. Beides ist gut zu wissen für die Menschen in den gefährdeten Gebieten.

Jede Jahrhundertflut ist anders. Diesmal ließen über Tage anhaltende riesige Regenmengen die Pegel gleich mehrerer großer Flüsse langsam aber stetig ansteigen. Während diese im Süden und Südosten nun langsam wieder sinken, rollt die Flutwelle weiter in Richtung Norden, vor allem durch Brandenburg und Niedersachsen.

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Kein Handel mit wilden Tieren

Auch in Deutschland wird es immer beliebter, die eigenen vier Wände mit wilden Tieren aus fernen Ländern zu schmücken. Die Zahl der Importe sogenannter „Exoten“ spricht eine deutliche Sprache. So werden laut Statistischem Bundesamt derzeit zwischen 440.000 und 840.000 lebende Reptilien pro Jahr importiert. 

Die Hauptbedrohung ist für viele Tierarten die Zerstörung ihres Lebensraums. Jedoch schwächt das Einfangen von Wildtieren für den Handel, auch Naturentnahmen genannt, zusätzlich die Bestände. Überdies können durch das mögliche Einschleppen von Krankheitserregern auch gesundheitliche Risiken für Menschen entstehen. Manche Tiere sind zudem ausschließlich auf spezielles Futter angewiesen, und andere werden viel größer und älter, als beim Kauf gedacht. So kann es zu ganz unterschiedlichen Problemen kommen, mit denen ein Privathaushalt überfordert ist und der exotische Traum schnell zum Albtraum wird. Es geht also nicht nur um den Schutz der Artenvielfalt und den Tierschutz, die beide keine besonders starke Lobby haben. Nein, es geht ebenso um den Schutz von Menschen vor möglichen gesundheitlichen Risiken durch ihre exotischen Haustiere. 

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Die Flut aus Prignitzer Perspektive

Man kann den Klimawandel leugnen. Aber wenn extremes Wetter immer kürzer aufeinander folgen und genau das zu den vorhergesagten Folgen der Erderwärmung gehört, ist das bizarr. In Hochwasserrisikogebieten wie der Prignitz und dem Havelland ist man pragmatisch und weiß zu deuten, dass seit dem Jahrhundert- oder gar Jahrtausendhochwasser an der Elbe 2002 schon die vierte Flut drohte und die Pegelstände erneut historische Rekorde brechen. 

Haben wir in Brandenburg nichts dazugelernt? Doch! Sonst wäre aus der Krise längst eine Katastrophe geworden. Nur vier Beispiele. 

  1. Durch eine der europaweit größten Deichrückverlegungen in Lenzen hat der „Böse Ort“ seinen Schrecken verloren und wurde 2013 nicht mal erwähnt. 
  2. Die Entscheidung, Deichneubau und -sanierung auf ein erhöhtes Sicherheitsniveau von 8.45 m auszurichten, erweist sich schneller als richtig, als gedacht. Das ist zwar teurer, aber gut angelegtes Geld. 
  3. Mit der gezielten Flutung der Havelpolder – so bitter sie für die Betroffenen ist - wurde der gefährliche Pegelanstieg auf 8.10 m bei 7.85 m gekappt. 
  4. Die Organisation der Flutabwehrmaßnahmen klappte nahezu reibungslos und die freiwillige Hilfe war überwältigend. 

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