Die Flut aus Prignitzer Perspektive

Man kann den Klimawandel leugnen. Aber wenn extremes Wetter immer kürzer aufeinander folgen und genau das zu den vorhergesagten Folgen der Erderwärmung gehört, ist das bizarr. In Hochwasserrisikogebieten wie der Prignitz und dem Havelland ist man pragmatisch und weiß zu deuten, dass seit dem Jahrhundert- oder gar Jahrtausendhochwasser an der Elbe 2002 schon die vierte Flut drohte und die Pegelstände erneut historische Rekorde brechen. 

Haben wir in Brandenburg nichts dazugelernt? Doch! Sonst wäre aus der Krise längst eine Katastrophe geworden. Nur vier Beispiele. 

  1. Durch eine der europaweit größten Deichrückverlegungen in Lenzen hat der „Böse Ort“ seinen Schrecken verloren und wurde 2013 nicht mal erwähnt. 
  2. Die Entscheidung, Deichneubau und -sanierung auf ein erhöhtes Sicherheitsniveau von 8.45 m auszurichten, erweist sich schneller als richtig, als gedacht. Das ist zwar teurer, aber gut angelegtes Geld. 
  3. Mit der gezielten Flutung der Havelpolder – so bitter sie für die Betroffenen ist - wurde der gefährliche Pegelanstieg auf 8.10 m bei 7.85 m gekappt. 
  4. Die Organisation der Flutabwehrmaßnahmen klappte nahezu reibungslos und die freiwillige Hilfe war überwältigend. 

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Sintflut fällt nicht vom (politischen) Himmel

Die Sintflut gehört zu den sieben Geißeln der Menschheit. Die Urangst vor zerstörerischen Wassermassen steht auch hinter der Legende um die Arche Noah. Der Mensch hat ein ambivalentes Verhältnis zum natürlichen Nass. Einerseits ist es existenzielle Lebensgrundlage und Pläne zu Privatisierung dieser Lebensquelle treffen auf massiven gesellschaftlichen Widerstand. Andererseits kann Wasser lebensgefährlich sein. Nicht nur für Nichtschwimmer.

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Bilanzbroschüre: 20 Jahre LAG Umwelt Brandenburg

Die Landesarbeitsgemeinschaft Umwelt (LAG Umwelt) der Brandenburger LINKEN hat Bilanz gezogen. Seit zwanzig Jahren ist sie aktiv. Grund genug, das Erreichte aufzuschreiben und in Form einer Broschüre zu veröffentlichen. "Mit heißen Herzen und klarem Verstand" ist die Chronik betitelt. Sie erzählt die Geschichte von den frühen 90er Jahren, fasst Umweltkonferenzen und Ökostandpunkte der märkischen Ökosozialist_innen zusammen und beschäftigt sich auch mit den umweltpolitischen Fragen der vergangenen Jahre. Die Broschüre ist in der Landesgeschäftsstelle in Potsdam erhältlich. Oder hier.

Rechtsextremismus in der Umwelt- und Naturschutzbewegung

stueber sabine_portraet_1Rechtsextreme kommen kaum noch glatzköpfig und in Springerstiefeln daher. Sie sind unterdessen in verschiedensten Gruppierungen und Parteien gut organisiert und bauen sich, nicht ohne Erfolg, vor Ort ein „Kümmerer-Image“ auf. Dabei nutzen sie modernste Kommunikationsmittel und verbreiten so in Kommentaren und mit Forderungen ihre Sichtweise auf gesellschaftlich relevante Themen, zu denen auch der Umwelt- und Naturschutz gehört. Neben Informationsbroschüren, Beiträgen in Printmedien, Flyern bis hin zu Angeboten für naturkundliche Wanderungen nutzen sie auch Internet/Facebook und andere soziale Netzwerke. Vom Artenschutz, Naturerlebnis und Heimatthemen über Ökologischer Landbau, gesunde Ernährung bis hin zur Energiewende bietet der Umwelt- und Naturschutz ein weites Feld, auf dem sich jeder engagieren kann, auch Rechtsextreme.

Nach Meinung des Leipziger Historikers Nils Franke hat die NPD das Thema Naturschutz aktiv aufgegriffen, und Rechtsextreme sind unterdessen in der Umwelt- und Naturschutzbewegung in ganz Deutschland anzutreffen. Die Vereine sind sich der damit verbundenen Unterwanderungsgefahr kaum bewusst. Es ist höchste Zeit, dieses Problem in die öffentliche Diskussion zu bringen. Naturschutzaktive aus Verbänden, Bildung, Wissenschaft und Verwaltung müssen für rechtsextreme Tendenzen sensibilisiert werden, die in dem bunten Mäntelchen der gesamten Themenpalette des Umwelt- und Naturschutzes daherkommen können. Folglich sind Aufklärung und Auseinandersetzung mit der „modernen“ rechtsextremen Ideologie dringend erforderlich.

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