Tagebuch Klimakonferenz Lima - Tag 3

Warten auf das Lima-Momentum
Donnerstag, 11. Dezember 2014: Ein Tag im Zeichen von Yasuní

Gestern habe ich noch eine halbe Stunde nach Mitternacht am Klimakonferenz-Tagebuch geschrieben. In Deutschland ging da schon langsam die Sonne auf, sechs Stunden Zeitverschiebung liegen zwischen Ingolstadt und Lima. Gestern Abend noch ein Treffen mit den Klimazeugen, auf die Beine gestellt von Brot für die Welt, direkt am Pazifikufer, in einem kleinen Lokal. Die kalte Meeresbrise lässt mich für eine Minute vergessen, dass ich in einer Neun-Millionen-Metropole bin. Für mich ist der Austausch mit den Menschen aus aller Welt ein besonderes Highlight. Sie erzählen uns von ihren existenziellen Nöten, Dürren, Hunger, Überschwemmungen und Stürmen. Der Klimawandel wird damit konkret, direkt greifbar und gibt mir Mut, weiter zu machen. Denn immer wieder sind alljährlichen Klimakonferenzen mehr als ernüchternd, was Kraft kostet, sich weiter auf dieser Ebene gegen die Erderwärmung einzusetzen.

Weiterlesen: Tagebuch Klimakonferenz Lima - Tag 3

Tagebuch Klimakonferenz Lima - Tag 2

Mittwoch, 10. Dezember 2014: Atemberaubende Verhandlungen
Al
te Versprechen und neue Enttäuschungen

Aufstehen früh um Sechs. Abfahrt um 7:15 Uhr. Nach einer halben Stunde Busfahrt erreicht die Delegation ihr Ziel. Das Konferenzgelände ist die größte Armee-Kaserne von Peru, auf das riesige Areal des „Gran Cuartel del Ejercito“, auch „Pentagonito“ (Kleines Pentagon) genannt, strömen an jedem Konferenztag über 18.000 Delegierte aus über 180 Ländern. Wir müssen uns akkreditieren, denn ohne „Eintrittskarte“, die jeder Konferenzteilnehmer je nach Status – Verhandler, Beobachter oder Journalist – erhält, kommt niemand in die eigens errichtete Zeltstadt. Und auch niemand wieder heraus.

Weiterlesen: Tagebuch Klimakonferenz Lima - Tag 2

Tagebuch Klimakonferenz Lima - Tag 1

Dienstag, 9. Dezember 2014:
Ankunft in Lima
Von fehlenden Krankenhäusern, Klimakosten und schmallippigen Regierungen

Ankunft in Lima, der alten Kolonialstadt, untergegangenes Verwaltungszentrum der Spanischen Krone, heute Hauptstadt vom Boom-Land des Kontinents. Von der Kapitale des Vize-Königreiches Alto Peru gingen Gold, Silber und Hölzer in die Alte Welt. Für Königshäuser, Industrialisierung und Wohlstand Europas mussten die Kolonien bluten. Auch mit der Unabhängigkeit änderte sich wenig an der einseitigen Rohstoff-Weltmarktausrichtung. Statt der Spanier machten in der Republik deren Nachkommen das Geschäft. Bis heute ist der Bergbau wirtschaftliches Standbein, eine Folge von Kolonialismus und Eliten ohne Gemeinwohlorientierung. Nach der Zerstörung der Inka-Gesellschaft verboten die Konquistadoren nicht nur heimische Religion und Mitbestimmung der Eroberten. Auch die Herstellung weiterverarbeiteter Produkte in Manufakturen war Tabu, ein strukturelles Erbe, das nachwirkt.

Weiterlesen: Tagebuch Klimakonferenz Lima - Tag 1

Stille Katastrophe Klimagas

CO2-BombeDie Bekämpfung von CO2 stand diese Woche im Mittelpunkt mehrerer Bundestagsdebatten. Vier Mal hat Eva Bulling-Schröter dazu gesprochen: Zuerst in einer Aktuellen Stunde zu den Klimazielen der Bundesregierung der Bundesregierung,  am Donnerstag folgten Debatten zu Energieeffizienz, einer EEG-Änderung und zur Klimakonferenz COP 20 in Lima, dazu auch der Beitrag Hasta la vista 2-Grad-Limit von Eva Bulling-Schröter. Am Mittwoch hatte die Bundesregierung ihr Aktionsprogramm Klimaschutz 2020 und den Nationalen Aktionsplan Energieeffizienz auf einer Pressekonferenz vorgestellt. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks wird diese Pakete mit nach Lima auf die Klimakonferenz nehmen, wo auch Eva Bulling-Schröter kommende Woche sein wird. 

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok