Interview mit Dr. Kirsten Tackmann: Umdenken und nicht nur Symptome behandeln

Sojabohnen mit oder ohne Darmbakterium? © Benjamin Klack / PIXELIO www.pixelio.deKirsten Tackmann, landwirtschaftspolitische Sprecherin, über EHEC und eine krankende Agrarpolitik

Durch EHEC herrscht gerade große Verunsicherung unter Verbraucherinnen und Verbrauchern. Nach dioxinverseuchtem Futtermittel, Gammelfleisch, Rinderwahnsinn und Vogelgrippe bedrohen aktuell gefährliche Darmbakterien unsere Gesundheit. Die Politik tappt von einer Krisenbewältigung in die nächste. Wie konnte die landwirtschaftliche Produktion zu einem derart lebensbedrohlichen Risikofaktor werden?

Kirsten Tackmann: Landwirtschaft an sich ist kein lebensbedrohliches Risiko. Ganz im Gegenteil, sie stellt tagtäglich gesunde Nahrung her - im wahrsten Sinn des Wortes Mittel zum Leben. Trotzdem haben sich im sensiblen Bereich der Agrarwirtschaft Fehler im System entwickelt, die zu gesundheitlichen Risiken beitragen. Aktuelles Beispiel ist der Darmkeim EHEC. Die Produktions- und Lieferbeziehungen sind so weit verzweigt, dass sich technisches oder menschliches Versagen oder die Veränderungen an Infektionserregern sehr breit auswirken und immer schwerer beherrschbar sind. Das hochkomplexe System macht solche Probleme außerdem wahrscheinlicher.

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EHEC im Bundestag: Sondersitzung des Agrarausschusses.

Eins ist klar: Wir wissen fast nichts! So lässt sich die heutige Sondersitzung des Bundestagsausschusses für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz zusammenfassen. Seit fast zwei Wochen werden starke Erkrankungen in Norddeutschland festgestellt, welche mit dem Darmbakterium EHEC in Verbindung gebracht werden. EHEC steht für enterohämorrhagische Escherichia Coli. Dieses Bakterium kann im schlimmsten Fall das hämolytisch-urämische Syndrom (HUS) auslösen. Diese gefährliche Infektion hat schweren auch blutigen Durchfall zur Folge und hat bereits bei einigen VerbraucherInnen in den vergangenen Tagen zum Tode geführt.

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Niedersachsens LINKE will Gentech-Pflanzen verbieten

DIE LINKE im Landtag Niedersachen hat wiederholt ein Anbauverbot für gentechnisch veränderte Pflanzen in Niedersachsen gefordert. Der letzte entsprechende Entschließungsantrag (Drs. 16/3516) wurde im April 2011 in den Landtag eingebracht. Auch der vorangegangene, der zum Ziel hat, Niedersachsen in das europäische Netzwerk gentechnikfreier Regionen einzureihen, ist noch in der parlamentarischen Beratung.

„Die Landesregierung soll sich dafür einsetzen, dass Niedersachsen ins Europäische Netzwerk gentechnikfreier Regionen aufgenommen wird“, sagte Marianne König, die agrarpolitische Sprecherin der Fraktion. Das bedeute auch, dass in Niedersachsen keine gentechnisch veränderten Pflanzen zu Futter- und Lebensmitteln verarbeitet werden.

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Agro-Gentechnik löst nicht das Hungerproblem

Foto: M. Grossmann, www.pixelio.de„Ein ethisches Gebot zur Nutzung der Agro-Gentechnik ist angesichts der bekannten sozialen, ökologischen und gesundheitlichen Risiken gefährlicher Unsinn. Die Agro-Gentechnik wird das Hungerproblem nicht lösen, sondern verschärfen“ kommentiert Dr. Kirsten Tackmann die Vorstellung der Broschüre des Forums „Grüne Vernunft“ im Rahmen des Pressegesprächs „Nutzung der Grünen Gentechnik wäre ethisch geboten!“.

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