Abgas-Sumpf endlich trockenlegen

"Wenn laut TÜV-Nord-Chef Guido Rettig auf Drängen der Automobilindustrie dem TÜV untersagt wird, auch die Motorsoftware zu untersuchen, ist das ein weiterer Skandal im ganzen Abgas-Sumpf. Hier muss die Bundesregierung endlich aktiv werden und eine unabhängige und umfassende Prüfung von Fahrzeugtypen durchsetzen“, so Sabine Leidig, verkehrspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE zur aktuellen Entwicklung im VW-Skandal.

Leidig weiter: „Jenseits aller juristischer Spitzfindigkeiten, ob eine Software zulässig ist oder nicht, muss VW jetzt alles daran setzen, alle Autos, die auf den Straßen weltweit unterwegs sind, so sauber zu machen, wie beim Verkauf der Fahrzeuge von VW behauptet wurde.

VW-Affäre schonungslos aufklären und echte Transformationsstrategie vorlegen

VW Werk Wolfsburg Logo klDie heutige Aufsichtsratssitzung des VW-Konzerns kommentiert Sabine Leidig, verkehrspolitische Sprecherin der Linksfraktion in einer Pressemitteilung:

Der VW-Aufsichtsrat muss jetzt endlich eine schonungslose Aufklärung statt der bisherigen Salamitaktik durchsetzen. Immer klarer wird, wer alles schon viel früher über das Ausmaß des Skandals Bescheid wusste. Das muss Konsequenzen haben: Weitere Posten müssen geräumt und Bonuszahlungen zurückgefordert werden.

Nachdem Kompensationen für den US-Markt angekündigt wurden, muss jetzt schnell mitgeteilt werden, wie Käuferinnen und Käufer auch in Europa entschädigt werden sollen.

Nicht zuletzt steht der Aufsichtsrat aber vor der gewaltigen Aufgabe, mit einem neuen Management einen Transformationsprozess einzuleiten: Angesichts der Überkapazitäten bei der weltweiten Autoproduktion und den Technologien, die nicht zukunftsfähig sind, müssen neue Produktions- und Aufgabenfelder erschlossen werden, mit denen die Beschäftigung gehalten wird und das Unternehmen auch längerfristig eine Perspektive hat.

Vertrauen in deutsche Abgaskontrollbehörden auf Null

VW Werk WolfsburgMit Blick auf die aktuellen Entwicklungen in der VW-Abgasaffäre erklärt Sabine Leidig, verkehrspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE: „Die neuen Ermittlungen der US-Umweltbehörde EPA zeigen: Der Aufklärungswille bei VW sowie bei Dobrindts Untersuchungskommission beschränkt sich auf das, was sowieso schon bekannt ist. Von den zuständigen deutschen Kontrollbehörden wie dem Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) und der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) kommt praktisch nichts. Dobrindt scheint es in alter Verbundenheit mit der Autoindustrie nur um ein Überstehen der Krise zu gehen. Und auch Umweltministerin Hendricks schweigt. Wir alle werden in unseren Städten unbeirrt mit zusätzlichen Abgasen vergiftet, damit VW & Co Extra-Gewinne einstreichen können.